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GEWALT- UND SUCHTPRÄVENTION

 
   

wachsen sich zu Herausforderungen aus, denen das Bildungswesen inzwischen mit offenkundiger Hilflosigkeit gegenüber steht. Angesichts der Opfer muss es jedoch als im höchsten Grade fahrlässig gelten, die alarmierenden aktuellen Antworten der Neurowissenschaften zu relevanten Ursachen zu ignorieren. Ist es auch Institutionen des Bildungswesens auf Grund der durch ihre Größe bedingten Trägheit nicht möglich hierauf spontan zu reagieren, so sehen wir die Aufgabe von unabhängig flexiblen Strukturen wie der unseren darin, hier den üblichen Gang eines ganzen Jahrhunderts vom Wissenschaftlichen Labor bis in die pädagogische Praxis durch statuierte Exempel zu beschleunigen. Bereits 2006 hieß esIntensiv Täter werden zum Vorbild“ und Lehrer sprachen von der Notwendigkeit einer neuen Schulform“ Die Umsetzung wissenschaftlich fundierter Lösungen sollte daher nicht mehr verschoben werden.

Insofern laut Wissenschaft „Bildungspolitik mit Musik die beste Sozialpolitik“ ist, liegt dies vor allem in der Tatsache begründet, dass der ansonsten allgegenwärtige Konkurrenzkampf in der Musik nur eine untergeordnete Rolle spielt. Es ist das Prinzip der Eingliederung, welches das Wesen der Musik ausmacht im Gegensatz zu dem der Selektion. Die meisten Rechnungen lösen zu können, die wenigsten Orthographiefehler zu machen, am höchsten zu springen oder die meisten Tore zu schießen sind quantifizierbare Größen bei denen es Sieger und Verlierer gibt und hierarchische Ordnung einen Platz hat. Das Prinzip von Dominanz und Unterwerfung, der Schnellste oder Lauteste sein zu wollen, ist in der Musik jedoch nicht relevant, denn sie entsteht überhaupt erst durch den gemeinsamen Rhythmus, die reziproke Dynamik und die harmonische Ergänzung.

Die Tatsache, dass in der pragmatischen Musikausübung Begabungen! an den Tag treten,  welche sich, sonst durch die all zu oft erlittene Benachteiligung, im gegenwärtigen Schulsystem bisweilen in Gewaltpotential konvertiert sehen, unterstreicht dass wir keinen Versuch unterlassen sollten, der musikalischen Tätigkeit als eine sozial inklusiven Aktivität, den Weg zum „Volkssport“ zu ebnen.

Im Gegensatz zur Droge, bewirkt Musik die für unser Wohlbefinden erforderliche  Dopaminausschüttung ohne Reue und gleichzeitig weit schneller, als uns dies ansonsten durch Bewegung z.B. im Sport möglich ist !

Ferner ist Musik klinisch gesehen das einzige bisher bekannte ’Psychopharmakon’ mit bilateraler Wirkung, das in sich sozusagen Sedativa und Antidepressiva vereint. (Prof.Dr. Manfred Spitzer, 2007)

 

* Prof.Dr. Manfred Spitzer, Ulm 2007.
 

 
 

 


 

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34 musik als sport  
     
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