Da Jungen fast doppelt so viel Muskelfasern wie Mädchen zu vernetzen haben, dauert die Myelinisierung dieses Areals bis zum Beginn der Pubertät, während Mädchen bereits im Grundschulalter das prämotorische Areal myelinisieren. (wobei eingeräumt werden muss, dass es auch graduelle Übergänge dieser Zuordnungen gibt, sowie Ausnahmen eines „Mädchengehirns“ bei Jungen und umgekehrt).
Das prämotorische Areal in der präzentralen Windung betrifft aber die Ausführung von präzisen Bewegungsmustern wie Tanzen oder das Lernen nach externen Mustern z.B gutes Benehmen, verfeinerte Geschicklichkeiten etc. und somit auch den Umgang mit der Schrift.
Besonders in dem deutschen dreigliedrigen Schulsystem, das bereits nach der Grundschule über den weiteren Werdegang entscheidet, sind Jungen daher durch den auf Schrift basierenden Lehrplan gegenüber Mädchen deutlich benachteiligt. Ohne Eltern, die hier ausgleichen, indem sie einerseits die zur Ausreifung der motorischen Areale erforderliche Bewegung im Freizeitbereich ermöglichen und andererseits bei schulischen Mängeln nachhelfen, sind Kinder mit „Jungengehirn“ in unserem Schulsystem zum Scheitern verurteilt.
Da der Gehirnaufbau pyramidal ist und später reifende Areale auf der Bandbreite davor gereifter aufbauen, stellt sich die Frage, ob die „Zeitzünder“, die hier durch die Schule ausgesiebt werden, nicht letztendlich über mehr Potential verfügten, hätte man die Zeitfenster ihrer Gehirnentwicklung berücksichtigt. Edinson wurde von seinem Grundschullehrer in die Hilfsschule verbannt, worauf seine Mutter beschloss ihn zuhause zu unterrichten. Er wurde nicht nur der Erfinder der Glühbirne, sondern der Urheber von über tausend Patenten! |