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WAS SCHÜLER UND ELTERN SAGEN

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"Musik machen ist für mich ein Mittel zu überleben."  Thomas, 18 Jahre. Macht gerade Abitur.

Eine Zeit lang hatte ich traditionellen Klavierunterricht gehabt; das heißt man hat mir eine Art zu spielen auferlegt, die für mich völlig unpersönlich war und die ich nicht wollte. Diesen habe ich abgebrochen.

Als ich für zehn Monaten den Musik-Sport Unterricht haben konnte, hat mir der Unterricht erlaubt mich wohl zu fühlen sobald ich mit den Händen in's Klavier greife; ich sitze gelassen, fühle mich einfach gut und nicht eingeschränkt. Die Hände finden sich zurecht in den Akkorden wie in einer bekannten 'Geographie' und erlauben mir mich auszudrücken.

Wir haben gleich zu Anfang viel mit Kumpels vierhändig gespielt. Das hat mir das Gefühl für den Rhythmus und für die Anderen gegeben. Es hat echt sofort Spaß gemacht!

Es sind jetzt fünf Jahre, dass ich alleine weitergemacht habe und mein Repertoire auf dieser Basis erweitert habe. Derzeit spiele ich bei öffentlichen Auftritten in einer Rock-band.

Wenn ich mit anderen zusammen bin, ist es einfach toll Musik machen zu können. Wenn ich ganz allein zuhause bin setze ich mich an's Klavier um mich auf andere Gedanken zu bringen.
Musik machen ist für mich ein Mittel zu überleben.

Juni 2005

Eigentlich bin ich passionierte Sportler. Fred, 16 Jahre, Schüler.

Mit elf Jahren begann ich mich für das Klavier zu interessieren wegen der Harmonien und der Akkorde. Es ist einfach etwas anderes als nur eine Melodie zu spielen. Die Musik-Sport Stunden gaben mir was ich brauchte um sehr bald meine eigenen Liederbegleitungen machen und spielen zu können.

Eigentlich bin ich Sportler und habe nicht viel Zeit zum üben. Ich hätte nie gedacht, dennoch nach zwei Jahren bereits recht virtuose Stücke spielen zu können. Zur Zeit habe ich viel für die Schule und den Sport zu tun und komme eigentlich gar nicht zum Üben. Aber wenn ein Klavier irgendwo steht, kann ich mich dran setzen und was ich spiele funktionierts; es gefällt allen. Das ist einfach gut, und ich denke es wird immer wichtig für mich sein.

Mai 2005

"...mir kamen die Tränen!"  Monique über ihren Sohn. Gymnasial-Lehrerin.

Mein Sohn war von klein auf ein auffallend begabtes Kind dem das Lernen sehr leicht fiel, ein Kind das aber zugleich sehr empfindlich, sehr verschlossen war, womit zu leben nicht immer leicht ist, besonders für einen Jungen. Er hatte viel Kraft und vielfältige Fähigkeiten, wusste jedoch nicht wie er diesen Ausdruck verleihen konnte, daher entluden sich diese ungesteuerten Energien - mit bedingt durch seine ausgeprägte Empfindlichkeit - regelmäßig in Form von Gewalt.

Als er dreizehn Jahre war hat er für ein Jahr bei Musik-Sport, ich kann gar nicht sagen "Klavierunterricht" bekommen, sondern, er hat wirklich gezeigt bekommen wie man spielt, wie man sich des Klaviers bedient. Er war Anfänger und der Ansatz war sehr klar und einfach, aufgebaut auf der Entspannung des Körpers.

Er bekam musikalische Techniken an die Hand (Akkorde, Harmonien etc.) sowie Einblick in die Möglichkeiten des Klaviers und wie man den besten Nutzen daraus ziehen kann, kurz: die Möglichkeit autonom mit dem Instrument umzugehen. Er wurde niemals "genervt" mit den ach so technisch pedantischen Fragen der Fingerstellungen, sondern bekam die Leidenschaft für die Musik und das Instrument vermittelt durch einen raschen Zugang zu interessanten Stücken. Er wäre niemals so schnell in der Lage gewesen diese zu spielen, ohne den Ansatz dieser Technik, welche dem ganzen Körper erlaubt sich sicher zu fühlen in seinem Verhältnis zum Instrument

Sechs Monate später war es mir vergönnt meinen Sohn am Klavier in einem Vorspiel zu hören. Mir kamen die Tränen! Das in sechs Monaten Erreichte war unglaublich: schlicht und selbstverständlich, beeindruckend sowohl durch das Tempo als insbesondere die überzeugende Qualität: das saß, das stimmte, war solide. Und zudem - was mich am meisten berührt hat - zu sehen wie mein Sohn, der im Allgemeinen so verhalten ist, aus sich heraus geht mit einer Intensität, einer Leidenschaft, dass ich ihn nicht wieder erkannte. Er vermochte alles auszudrücken: Zorn, Zärtlichkeit, Empfindsamkeit ...

Von diesem Moment an, dank des Klaviers und der Musik, dank dieses Ausdrucks seiner Seele, seines Herzens - zu dem er endlich Zugang hatte - hatte er eine echte Hilfe um mit der Energie seines Innenlebens fertig zu werden und das Problem der Gewalttätigkeit hat sich nicht mehr gezeigt.

Die Musik und das Klavier haben entscheidend zu seiner persönlichen Entfaltung beigetragen. Und alles dank dem einfachen Zugang zum Instrumentund der leidenschaftlichen Begeisterung für die Musik,welche Musik-Sport zu vermitteln wusste.

Einmal hörte ein zehnjähriger Junge ihm zu: obwohl ansonsten sehr wild und ausgelassen, war dieses Kind von dem Spiel völlig gefesselt und sagt zu seiner Mutter: "Mama, so will ich Klavier spielen!" Es hat sich seit dem an's Klavier gemacht und blieb dabei mit Begeisterung.

Januar 2005

"Ich galt als hoffnungslos unmusikalisch; jetzt spiele ich Beethoven!"  Werner konnte sich mit 54 Jahren durch 8 Wochen Klavierunterricht einen Lebenswunsch erfüllen.

Während der Schulzeit war es mir peinlich, dass ich nicht sauber singen konnte und ich habe daher immer den Clown gespielt. Musik ist mir eigentlich sehr wichtig, und im Grunde war ich verzweifelt darüber, ausgeschlossen zu sein. Aber das konnte ich mir damals nicht eingestehen. Später sah ich meine eigenen Kinder musikalische Fortschritte machen zur Freude ihrer Lehrer und habe selber immer wieder bescheidene Versuche gemacht: Blockflöten-Unterricht, Gesangstunde ... Ich habe es wirklich lange und mit Ausdauer versucht, und meine Privatlehrer waren sehr geduldig und freundlich, aber es war aussichtslos. Es schien wie eine Wand zwischen mir und dem was man mir zeigte zu sein, denn wir fingen jede Stunde wirklich wieder bei Null an. Ich habe mich schließlich damit abgefunden und das Kapitel "Musikmachen" in meinem Leben als abgeschlossen betrachtet.

Dies schien für Musik-Sport eine lohnende Herausforderung zu sein. Acht Wochen hatte ich zu Beginn dieses Jahres zur Verfügung, mehr nicht. Als diese herum waren begrüßte mich mein musik-gebildeter Vermieter strahlend in dem er mir zu Beethovens Apassionata gratulierte und beteuerte wie sehr er dies genieße.

Nun, es handelt sich hierbei natürlich nicht um "die Apassionata", sondern um ein für mich maßgeschneidertes "Remix" aus einschlägigen Elementen der verschiedenen Sätze der Apassionata. Ich kann nach wie vor keine Note lesen, aber die Musik verstehe ich jetzt. Es ist alles da: die vollen Pranken wütend in die Tasten schlagen, ruhige kontemplativ weihevolle, unerwartete Wendungen, sanft fliessende weiche Lyrik währen die Hände sich überkreuzen, ein Blitzlauf mit einem Finger über die Tasten gezoge, der darauf folgende 'Donnerschlag' etc.

Ich kann nicht sagen was die technischen Grundlagen im einzelnen sind, aber wenn ich mich entspannen möchte - innerlich und äußerlich - dann setze ich mich an's Klavier. Ich freue mich den ganzen Tag darauf!

März 2005